Die Krankenhausbedarfsplanung ist der Schlüssel für flächendeckende Gesundheitsversorgung – so das Ergebnis aus der Veranstaltungsreihe: „RED‘ MIT MIR“ der SPD
Die Krankenhausbedarfsplanung des Freistaats Bayern ist der notwendige Grundstein und der erste Schritt für eine verlässliche, wohnortnahe Gesundheitsversorgung – gerade im ländlichen Raum. Zu diesem Ergebnis kam die Veranstaltung „RED’ MIT MIR“ der SPD mit Referent Matthias Bonigut.
Zusammenfassend wurde deutlich: Unsere Gesundheitsministerin, Judith Gerlach darf sich einer landesweiten Krankenhausbedarfsplanung nicht länger verweigern – so die Landratskandidatin der SPD Beatrix Kappelmeier.
Die bestehenden Gesundheitsstrukturen hinken dem medizinischen Fortschritt deutlich hinterher. Diese Einschätzung teilen inzwischen auch die Landräte sowie der Städtetag. Lange Zeit wollten die Landkreise die Zuständigkeit für die Krankenhausversorgung nicht aus der Hand geben. Angesichts explodierender Kosten und einer sich zunehmend verschlechternden Versorgung gerade auf dem Land haben sie jedoch erkannt, dass nur eine übergreifende, landesweite Struktur im Gesundheitswesen wieder zu einer verlässlichen Versorgung im Flächenland Bayern führen kann.
Der bloße Erhalt des Krankenhauses Mainburg reicht dabei nicht aus. Notwendig ist vielmehr eine Weiterentwicklung, die den medizinischen Fortschritt berücksichtigt. Facharztbereiche – etwa die Chirurgie – haben sich in den vergangenen Jahren stark spezialisiert und in zahlreiche Unterdisziplinen aufgespalten. Spezialisierung bedeutet zwar mehr Qualität, macht es aber zugleich unmöglich, dass einzelne Ärztinnen oder Ärzte die gesamte Bandbreite in gleichbleibend hoher Qualität abdecken können.
Was wir daher dringend brauchen, ist ein 24/7 erreichbarer medizinischer Ansprechpartner vor Ort – ohne ständiges Weiterverweisen und damit verbundenen Unsicherheit, ob und wo letztlich eine Versorgung erfolgt.
Ohne eine landesweite Krankenhausbedarfsplanung bleibt Mainburg dauerhaft im „Grenzbereich“ zwischen Bezirken und Landkreisen gefangen. Diese Unsicherheit wirkt sich unmittelbar auch auf den Rettungsdienst aus und schwächt damit einen weiteren zentralen Baustein unserer Gesundheitsversorgung.
Zudem muss klar definiert werden, welche fachmedizinischen Schwerpunkte künftig in Mainburg angesiedelt werden sollen. Besonders die medizinische Versorgung von Kindern ist bislang ein Stiefkind des Systems und muss endlich stärker in den Fokus rücken.
Unabhängig von der konkreten Bezeichnung der Einrichtung ist festzuhalten, dass die Krankenhausbedarfsplanung bei Berücksichtigung der „30-Minuten-Erreichbarkeit“ als freiwilligem Indikator des Freistaates zur Errichtung eines neuen Krankenhauses in unmittelbarer Nähe durch den Freistaat führen kann. Möglicherweise besteht in München Zurückhaltung aufgrund der zu erwartenden Kosten, da das Land als Kostenträger für die Gebäude der öffentlichen Krankenhäuser fungiert. Damit eröffnet sich jedoch für den Freistaat die Chance, künftig aktiv sowohl die Gesundheitsversorgung zu verbessern als auch der Kostenexplosion im Gesundheitssystem entgegenzuwirken.
Matthias Bonigut stellte an diesem Abend zunächst dar, dass unser Gesundheitssystem bewusst nach dem Prinzip der Selbstverwaltung organisiert ist. Zentrale Akteure sind dabei die Kassenärztlichen Vereinigungen, die Krankenkassen sowie der gemeinsame Bundesausschuss als maßgebliches Entscheidungsgremium. Die Politik vor Ort kann in diesem System lediglich die Rahmenbedingungen gestalten. Dieses Modell ist historisch gewachsen und aus geschichtlichem Hintergrund auch berechtigt.
Schlusszitat von Matthias Bonigut: „Gesundheitspolitik entscheidet sich vor Ort. Sie bedeutet Prävention, Pflege und eine verlässliche medizinische Versorgung für die Menschen – geplant nach den tatsächlichen Bedarfen in den Regionen. Dafür müssen wir Gesundheit über Sektorengrenzen hinweg denken und handeln, damit Versorgung nicht an Zuständigkeiten scheitert, sondern bei den Menschen ankommt.“